Wodurch zeichnen sich die Anti-Einbruch-Scheiben aus?

Diebe brechen in der Regel in Häuser durch Fenster ein. Kein Wunder, dass sie in erster Linie gesichert werden sollten, wenn wir nicht Einbrechern zum Opfer fallen wollen. Verstärkte Beschläge, Rollläden, Fenstergitter, Fensterschlüsselgriffe… es gibt viele Möglichkeiten, die Einbruchsgefahr zu minimieren. Eines davon, die auf jeden Fall berücksichtigt werden sollte, wenn wir das Haus absichern möchten, sind Anti-Einbruch-Scheiben. Wie fest sind sie und lohnt es sich diese zu kaufen?

 

Was sind Anti-Einbruch-Scheiben?

Es sind Scheiben, die vor Einbruch schützen sollen. Ihre besondere Eigenschaft ist, dass sie mehrere Schichten PVB-Folie haben.

Dem Namen entgegen bieten die Anti-Eibruch-Scheiben keinen hundertprozentigen Einbruchschutz. Ihre Aufgabe ist es, das Eindringen in das Haus zu verzögern und eine für Diebe nur schwer zu überwindende Barriere zu bilden. Wie schwer? Es hängt von der Klasse einer bestimmten Scheibe ab.

Die Anti-Einbruch-Scheiben werden in 8 Klassen eingeteilt: P1A, P2A, P3A, P4A, P5A, P6B, P7B und P8B. Diese Klassifizierung bestimmt, dass die erste die schwächste und die letzte die haltbarste ist.

 

Klassen der Anti-Einbruch-Scheiben

In den Klassen P1A bis P5A wird ein Schlag einer 4,11 kg schweren Stahlkugel simuliert – sie wird aus einer bestimmten Höhe auf die Scheibe fallen gelassen, um ihre Festigkeit zu prüfen. Je nach Klasse hält die Scheibe eine andere Anzahl der Stößen aus unterschiedlicher Höhe stand.

Die Scheiben in Klassen P6B bis P8B werden dagegen anders getestet – die Simulationselemente sind in diesem Fall eine Axt und ein Hammer. Sie sind am widerstandsfähigsten gegen manuelle Angriffe.

Die einzelnen Scheibenklassen sind wie folgt:

  • P1A – sie schützen vor Diebstahl ohne Vorbereitung, sie sind widerstandsfähig gegen das Einschlagen eines Fensters, sie werden am häufigsten in Schulen, Wohnungen oder Büros montiert.
  • P2A – sie sind etwas fester, bieten zeitlichen Schutz gegen Einbruchsversuch, sie werden in Schaufenstern in Einkaufsgebäuden, Kiosken, Hotels, Fenstern von einstöckigen Wohnblocks oder Einfamilienhäusern eingebaut.
  • P3A – sie erschweren den Einbruch, ersetzen das Gitter aus Ø10 Stahldraht mit Maschen bis 150 mm, sie werden üblich in den Fenstern von Hotels, Büros und Einkaufseinrichtungen mit höherem Wert montiert.
  • P4A – wie P3A ersetzt die Scheibe das Gitter aus Ø10 Stahldraht mit Maschen bis 150 mm und wird in höherwertigen Einrichtungen eingebaut.
  • P5A – ersetzt das Fenstergitter aus Stahlstangen mit einem Durchmesser von bis zu Ø12 mm, wird in Banken, Kunstgalerien und Museen montiert.
  • P6B – ersetzen das Fenstergitter aus Stahlstangen mit einem Durchmesser von bis zu Ø12 mm, sie weisen eine höhere Beständigkeit gegen Einbruch.
  • P7B – ersetzen das Gitter aus Stahlstangen mit Durchmessern bis Ø16, zeichnen sich durch hohe Beständigkeit gegen Einbruch aus, werden in Banken, Juwelierbetrieben, Einrichtungen mit hochwertigen Gütern eingebaut.
  • P8B – ersetzen auch Gitter aus Stahlstangen mit Durchmessern bis Ø16, sind hoch beständig gegen Einbruch und werden in Einrichtungen mit hochwertigen Gütern eingebaut.

Vorteile der Anti-Einbruch-Scheiben

Die Anti-Einbruch-Scheiben können ruhig die Fenstergitter oder Rollläden ersetzen. Sie haben auch mehrere Vorteile – die Gitter versperren den Blick aus dem Fenster und die heruntergelassenen Rollläden signalisieren, dass wir nicht zu Hause sind. Die Anti-Einbruch- Scheiben hingegen sind ein Überraschungselement für Diebe, die in der Regel keine zusätzlichen Schwierigkeiten erwarten. Um so mehr, dass solche Scheiben wie gewöhnliche, unverstärkte Scheiben aussehen.

In Einfamilienhäusern werden in der Regel Verglasungen der Klassen P3 und P4 eingesetzt – die Versicherungsunternehmen betrachten sie in der Regel als ausreichende Sicherheit und reduzieren dadurch die Beiträge um bis zu 10 %.

Lohnt es sich also, die Anti-Einbruch-Scheiben zu montieren? Wenn wir die Sicherheit unseres eigenen Hauses oder einer anderen Einrichtung erhöhen wollen, auf jeden Fall ja. Obwohl sie mehr als gewöhnliche Scheiben kosten, bieten sie eine unsichtbare Barriere, die das Einbruchsrisiko reduziert.